Im September 2025 begann etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Plötzlich traten Hautekzeme in den Armbeugen, Kniekehlen, am Gesäß und im Dekolleté auf. Später kamen während entzündlicher Schübe sogar die Waden dazu. Das Schlimmste war jedoch nicht die sichtbare Hautveränderung, sondern der ständige Juckreiz.
Wer das nicht kennt, kann sich kaum vorstellen, wie belastend das sein kann. Man versucht, nicht zu kratzen. Man weiß, dass Kratzen die Haut zusätzlich reizt. Und trotzdem erwischt man sich immer wieder dabei. Die Folge waren gerötete Hautstellen mit kleinen Pickelchen, die gefühlt niemals zur Ruhe kommen wollten. Zunächst bekam ich in München überraschend schnell einen Termin in einer Akutsprechstunde bei einem Hautarzt. Die Freude darüber hielt allerdings nicht lange an. Nach der Untersuchung erhielt ich eine kleine Tube Cortison und die Empfehlung, Produkte von Eucerin zu verwenden.
Einen Folgetermin sollte ich im November benötigen. Doch genau daran scheiterte es. Weder bei diesem Hautarzt noch bei zahlreichen anderen Praxen bekam ich als Neupatientin einen Termin. Wochenlang suchte ich nach Unterstützung und stand letztlich ohne ärztliche Begleitung da. In dieser Situation kam mir die Online-Sprechstunde über die Dermanostic-App gerade recht. Ich lud Fotos meines Hautzustands hoch, schilderte meine Beschwerden und erhielt weitere Behandlungsempfehlungen. Verordnet wurden unter anderem Badezusätze und eine größere Tube Cortison. Gleichzeitig wurde mir geraten, vor Ort einen Hautarzt zu suchen. Damit kam ich zunächst einigermaßen über die Runden. Zusätzlich kaufte ich Eucerin AtopiControl Lotion, Eucerin Dusch- und Badeöl sowie eine Manuka-Honig-Hanf-Salbe.
Gleichzeitig begann erneut die Suche nach einer Hautarztpraxis, die mich als Neupatientin aufnehmen würde. Für eine Großstadt wie München erwies sich das als erstaunlich schwierig. Erst Ende Februar 2026 bekam ich schließlich einen Termin. Die Hautärztin war freundlich und sympathisch. Trotzdem merkte ich schnell, dass für ausführliche Gespräche kaum Zeit vorhanden war. Themen wie Histamin, DAO, Hormone oder eine mögliche Mastzellaktivierung fanden praktisch keinen Platz. Statt einer ausführlichen Ursachenforschung erhielt ich einen klassischen Pricktest und die Empfehlung zu einer Hyposensibilisierung. Nach wenigen Minuten war ich wieder draußen.
Einerseits skeptisch, andererseits bereit, jeden möglichen Ansatz auszuprobieren. Heute befinde ich mich in einer Hyposensibilisierung gegen Hausstaubmilben. Ich habe mich bewusst für Spritzen entschieden. Die Vorstellung, mögliche Reaktionen direkt im Mund über Tropfen oder Tabletten zu spüren, empfand ich aufgrund meiner Beschwerden im Hals als unangenehm. Denn zusätzlich begleitet mich eine chronische Halsentzündung. Fast jedes Essen verursacht dort ein Jucken oder Kratzen. Die Spritzen selbst sind zum Glück unkompliziert. Sie werden in den Oberarm gegeben und sind praktisch schmerzfrei. Anschließend bleibe ich jeweils noch etwa 30 Minuten zur Beobachtung in der Praxis.
Sollte die Behandlung erfolgreich verlaufen, möchte ich mich später möglicherweise auch gegen Gräser, Blüten und Baumpollen sensibilisieren lassen. Meine Hoffnung ist, dass sich dadurch eventuell vorhandene Kreuzallergien auf Lebensmittel reduzieren lassen.
Parallel dazu begann für mich ein weiterer wichtiger Weg: das Führen eines Ernährungstagebuchs. Dadurch konnte ich erste Zusammenhänge erkennen und Milch sowie Milchprodukte als mögliche Auslöser identifizieren. Aktuell verzichte ich daher bewusst auf Lebensmittel aus Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch. Gleichzeitig weiß ich, dass Verträglichkeit oft von vielen Faktoren abhängt. Die Menge spielt eine Rolle. Die individuelle Belastung spielt eine Rolle. Und manchmal macht auch die Tagesform einen Unterschied. Deshalb habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, bestimmte Lebensmittel wie Joghurt oder Quark später erneut testen zu können. Bei Pizza oder Lasagne fällt mir dieser Gedanke allerdings deutlich schwerer.
Zusätzliche Hinweise erhielt ich durch die Ergebnisse von Medicross. Einige der dort genannten Lebensmittel werde ich wahrscheinlich ohnehin nie essen. Andere nutze ich als Orientierung für weitere Tests. Dabei verlasse ich mich jedoch nicht blind auf Laborwerte. Für mich zählt vor allem die eigene Beobachtung. Deshalb dokumentiere ich weiterhin jedes neue Lebensmittel sorgfältig in meinem Ernährungstagebuch und ergänze nach und nach meine persönliche Verträglichkeitsliste. Genau daraus entstand letztlich auch HautLupe. Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Erfahrungen, Beobachtungen und praktische Hilfsmittel ihren Platz finden. Nicht als Ersatz für medizinische Beratung. Sondern als Unterstützung für Menschen, die selbst besser verstehen möchten, was ihrem Körper guttut.
Noch etwas Wichtiges
Meine Verträglichkeitsliste wird niemals deine Verträglichkeitsliste sein. Und das ist völlig in Ordnung. Jeder Mensch reagiert anders. Jeder Körper hat seine eigene Geschichte. Jeder Weg verläuft anders. Deshalb möchte ich keine allgemeingültige Liste vorgeben. Ich möchte Menschen dabei unterstützen, ihre eigene Verträglichkeit herauszufinden. Das Ernährungstagebuch und die Verträglichkeitsliste auf HautLupe sollen genau dabei helfen. Wenn sie dir dabei helfen, Zusammenhänge zu erkennen und deinen eigenen Weg etwas leichter zu machen, dann haben sie ihren Zweck erfüllt. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg und vor allem Gesundheit.
